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"Gefährliches Spiel": Türkei attackiert französischen Präsidenten Macron scharf

24.6.2020 10:04 Uhr

Der Konflikt zwischen der Türkei und Frankreich in der Libyen-Politik geht weiter: Nun hat der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, den französischen Präsidenten Emmanuel Macron wegen dessen zuletzt getätigten Äußerungen scharf attackiert.

"Die Unterstützung der Türkei für die rechtmäßige Regierung in Libyen als ein gefährliches Spiel zu bezeichnen, können wir nicht akzeptieren", sagte Aksoy und warf Macron vor, "gesunden Menschenverstand" vermissen zu lassen.

Frankreich unterstützt "illegale Strukturen"

Macron sagte zuletzt bei einer Pressekonferenz: "Ich hatte bereits Gelegenheit, Präsident Recep Tayyip Erdogan sehr deutlich zu sagen: Ich bin der Meinung, dass die Türkei heute in Libyen ein gefährliches Spiel spielt und gegen alle ihre auf der Berliner Konferenz eingegangenen Verpflichtungen verstößt. Das werden wir nicht tolerieren."

Aksoy betonte nun, genau das Gegenteil sei der Fall und bediente sich der Wortwahl von Macron. Frankreich betreibe ein "gefährliches Spiel" und unterstütze "illegale Strukturen". Weil das Land an der Seite von General Chalifa Haftar stehe, trage Paris eine "große Verantwortung für das Chaos, in das Libyen gezerrt" worden sei, erklärte der Sprecher.

Zwei Lager stehen sich gegenüber

Die Türkei steht im Libyen-Konflikt - wie Deutschland und andere Staaten auch - an der Seite der von der UNO anerkannten Einheitsregierung in Tripolis. Mit Unterstützung aus Ankara starteten die Streitkräfte der Einheitsregierung Anfang des Monats eine Offensive auf die strategisch wichtige Stadt Sirte, die von Haftar gehalten wird. Frankreich wird vorgeworfen, in dem Konflikt Haftar zu unterstützen. Auch Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen hinter Haftar.

Im libyschen Bürgerkrieg bekämpfen sich die Einheitsregierung in Tripolis und die Streitkräfte des Generals Haftar, unter dessen Kontrolle sich ein Großteil des Südens und Ostens Libyens befinden.

(bl)

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