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​Folge 3: Ein gutes Ärger-Management in Corona-Zeiten

7.4.2020 17:34 Uhr

Die wegen des Coronavirus von der Regierung getroffenen Maßnahmen schränken unser privates und berufliches Leben massiv ein. Sie machen uns Angst, sie verunsichern uns. Nicht jeder hat Verständnis; manche ärgern sich auch und fühlen sich bevormundet, eingesperrt. Sie fühlen sich als Opfer.

In schwierigen Zeiten schlüpfen viele Menschen in eine Opferrolle. Diese Einstellung sorgt allerdings für eine Vertiefung der negativen Gedanken und dem Gefühl zu leiden. Diese Opferrolle abzulehnen bzw. sich davon wieder zu distanzieren, schützt vor der Verbitterung, welche jegliche positive Energie blockiert, ohne an der Situation irgendetwas zu ändern. Ein gutes Ärger-Management hilft Ihnen bei der Distanzierung vom Opfer-Denken.

Ärger verändert nichts

Ärger ist eine irrationale emotionale Reaktion auf Frustration. Der Grad der Verärgerung entspricht in etwa dem Grad der Frustration. Das Gefühl, ein Opfer zu sein, stellt sich bei einer Verärgerung recht schnell ein, denn dem logischen Denken oder einer rationalen Betrachtung der Umstände lässt diese negative Emotion oft keine Chance. Die Opferrolle wiederum speist den Ärger, bis man innerlich geradezu brodelt. Wer kurz innehält und auf seinen Verstand hört, stellt fest, dass er auf der Stelle tritt. Der Ärger ändert nichts an der Situation. Er sorgt lediglich für Pessimismus, der vielleicht sogar zu zwischenmenschlichen Konflikten führt. Wenn Sie den Ärger in sich aufquellen spüren, dann betrachten Sie ihn wie eine Welle, die auf Sie zurollt. Treten Sie davon einen Schritt zurück wie vor einer Welle, der Sie ausweichen, wenn Sie sich Ihre Füße nicht nassmachen wollen.

Manche versuchen Ihre Verärgerung zu rechtfertigen. Folgende Worte werden dafür meist verwendet: fair und unfair, sollte und müsste, richtig und falsch. Wenn Menschen ihre Frustration mit Erwartungen an andere verbinden, ist das Gefühl, ein Opfer zu sein praktisch vorprogrammiert. Generell muss sich jeder bewusst sein, dass weder eine einzelne Person noch eine Regierung noch die Welt für das Schaffen von positiven Gefühlen zuständig ist. Das gelingt dem einzelnen nur selbst. In schwierigen Zeiten wie der Corona-Krise fällt es sicher nicht ganz so leicht, aber es ist möglich. In erster Linie sollten Sie sich vor Augen führen, was Sie tun können, und vergessen, was Sie nicht tun können. Machen Sie sich klar, was Sie haben, statt zu beklagen, was Ihnen fehlt.

Dankbarkeit als Mittel gegen Ärger

Stellen Sie sich vielleicht auch die Frage, ob es anderen Menschen gerade schlechter geht als Ihnen. Dies weckt sicher nicht unmittelbar positive Gefühle, aber es holt Sie aus Ihrem Selbstmitleid heraus und beendet die Phase, in der Sie niemanden als sich selbst sehen. Damit eröffnet sich Ihnen die Sicht auf die Dinge in Ihrem Leben, für die Sie dankbar sein können und gerade in solch schweren Zeiten dankbar sein sollten. Dankbarkeit ist ein besonders effektives Mittel im Umgang mit Ärger.

Zeigen Sie Dankbarkeit für alles, was Sie haben und imstande sind zu tun. So vermeintlich wenig es auch sein mag. Es ist genug. Machen Sie sich bewusst, dass Ärger Sie nur in schlechte Stimmung bringt und denken Sie daran, dass es für die Überwindung dieser Krise die Gemeinschaft, Geduld und die konsequente Einhaltung der Verhaltensregeln braucht.

(jk)

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