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"Flitzer Ernie" aus Bielefeld ist tot

26.12.2020 8:43 Uhr

Am Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember, kam der wohl berühmteste "Flitzer" und Exhibitionist aus Deutschland, Ernst Wilhelm W. aus Bielefeld, der als "Flitzer Ernie" bekannt war, auf tragische Weise im Alter von 73 Jahren ums Leben. W. stieß mit seinem Fahrrad, mit dem er in Hannover auf dem Radweg fuhr, mit einem Sattelschlepper zusammen und war unter dem Lkw eingeklemmt. "Flitzer Ernie" verstarb noch an der Unfallstelle an der Schwere seiner Verletzung.

Wie die Polizei bisher rekonstruierte, befuhr W. am 23. Dezember einen Radweg in Hannover. Ein Sattelzug fuhr aus einer Ausfahrt und erfasste den 73-Jährigen. Bei der Frontalkollision mit dem Lkw wurde W. unter der Vorderachse des Fahrzeugs eingeklemmt. Die Rettungskräfte vor Ort konnten W. dann noch befreien, aber die schweren Verletzungen sorgten dafür, dass "Flitzer Ernie" noch am Unfallort verstarb.

Nackt vor 80.000 Zuschauern in Dortmund beim BVB

"Flitzer Ernie" hatte es sich bereits in den 1980er Jahren zu einer Art "Sport" gemacht, unbekleidet auf einem Rennrad durch seine Heimatstadt Bielefeld zu radeln. Dabei war er stets bis auf seine Basecap und Radschuhe unbekleidet. Die ganz große Bühne gehörte Ernst Wilhelm W., der sich auch als "Nackt-Bodybuilder" versuchte und seinen Körper als Kunstwerk definierte, im Frühjahr 2005. Da stürmte er vor knapp 80.000 Zuschauern beim Spiel Borussia Dortmund gegen Arminia Bielefeld in der Bundesliga nackt aufs Feld. Er poste im Mittelkreis und wurde dann von Ordnern unter lautem Beifall aus dem Stadion geführt.

"Flitzer Ernie" crusht Spiel des BVB gegen Bielefeld - Bild imago images / Team 2

"Flitzer Ernie" kam wegen seiner "Leidenschaft" immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz und musste im Jahr 2007 sogar eine Haftstrafe verbüßen. Seine letzte Verurteilung datiert aus dem Jahr 2018, da wurde er zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt. Ernie gab es auch in Videogames, er war Nackt-Gast in Talkshows und sogar Teil einer Werbekampagne zur WM 2006. Selbst Oliver Pocher verewigte Deutschlands berühmtesten Exhibitionisten und Flitzer in seinem WM-Song.

(ce)

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