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"Erdbeben-Woche" in der Türkei - AFAD gibt Verhaltenstipps für den Ernstfall

2.3.2020 20:31 Uhr

Vom 1. bis zum 7. März findet in der Türkei die "Erdbeben-Woche" statt, bei der die türkischen Bürger über Gefahren von Erdbeben und Verhaltensregeln für den Ernstfall aufgeklärt werden sollen. Im Rahmen der "Erdbeben-Woche" sollen die Menschen darüber aufgeklärt werden, was sie bereits vor dem Erbeben tun können, um sich und ihre Liebsten zu schützen, wie man im Falle eines Erdbebens reagieren sollte und was man tun kann, um auch nach einem Erdbeben sicher zu bleiben.

Die Türkei - und besonders die Millionenmetropole Istanbul - gelten aufgrund ihrer Lage auf der Eurasischen, der anatolischen und arabischen tektonischen Platte als besonders erdbebengefährdet. Erst vor rund zwei Wochen starben bei einem Erdbeben im türkisch-iranischen Grenzgebiet acht Menschen. Für Istanbul ist seit Jahren ein "großes Beben" angesagt - je besser man also vorbereitet ist, desto besser gewappnet ist man im Ernstfall.

Kurse beim Katastrophenschutz

Wer sich intensiv mit dem Thema Erdbeben beschäftigt und vielleicht sogar nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Menschen helfen möchte, hat die Möglichkeit, sich in Kursen des Katastrophenschutzes zu informieren.

Wer sich nicht nur informieren, sondern auch aktiv helfen möchte, kann sich über das elektronische Regierungssystem e-Devlet zum Nothelfer für den Fall eines Erdbebens ausbilden lassen. In der ersten Phase geschieht dies online über Fernkurse, im späteren Verlauf gibt es Lehrgänge und abschließend auch das "Training im Gelände".

Vor dem Erdbeben

Doch nicht jeder möchte direkt ein Mitglied des Katastrophenschutzes werden, sondern sich einfach nur bestmöglich auf den "Worst Case" vorbereiten. Auch dafür gibt AFAD hilfreiche Tipps. Bereits lange vor einem Erdbeben, kann man beispielsweise auf der Webseite https://tdth.afad.gov.tr herausfinden, wie hoch das Risiko eines Erdbebens am eigenen Wohnort ist. Auf der Seite finden sich außerdem auch Informationen darüber, wo der nächste Notfall-Versammlungspunkt auffindbar ist.

Wer in Risikogebieten wohnt, kann seine Wohnung schützen, indem beispielsweise Durchlauferhitzer, Kühlschränke und andere Küchengeräte an der Wand befestigt werden und so bei einem Erdbeben nicht einfach umfallen oder rutschen können. Auch eine Versicherung, um sich vor möglichen Schäden abzusichern, ist eine mögliche Vorbereitung - vor allem in risikoreichen Gebieten.

AFAD empfiehlt zudem, eine Erdbeben-Tasche vorzubereiten, in der sich warme Kleidung, Wasser, Telefonladegeräte, Taschenlampen und ggf. wichtige Dokumente finden. Man sollte zudem mit der Familie oder den Mitbewohnern einen Plan ausmachen, wo man sich im Falle eines Erdbebens trifft, sollte man sich in der Hektik nach dem Beben verlieren. Auch Kinder sollten diesen Treffpunkt kennen!

Während des Erdbebens

Der Worst Case ist eingetroffen, die Erde bebt. Was tun?

  • - Von allem fernhalten, was einen selbst aös fallende Gegenstände verletzen könnte (Schränke, Lampen, Armaturen etc.)
  • - An einem sicheren Ort in die Knie gehen, Kopf und Nacken einziehen und sich möglichst an einem sicheren (festen) Gegenstand festhalten
  • - Nicht zu Treppen oder Ausgängen rennen, solange die Erde bebt
  • - Wer sich während des Bebens im Freien befindet: Von Gebäuden, Stromleitungen, Brücken und Tunneln fernhalten
  • - Wer sich während des Bebens im PKW befindet: Möglichst nicht neben Gebäuden, Strommasten oder Brücken, sondern auf einer freien Fläche vorsichtig stehenbleiben und das Ende des Bebens abwarten

Maßnahmen nach dem Erdbeben

  • - Nach dem Beben kurz abwarten uns wenn es ruhig bleibt, zügig und vorsichtig ins Freie begeben
  • - Auf dem Weg Herd, Lichter etc. ausschalten. Auf keinen Fall Streichhölzer oder Feuerzug benutzen, es könnte durch beschädigte Gasleitungen zu austretendem Gas und dadurch zu Explosionen kommen!
  • - Wer sich in Wassernähe befindet, sollte sich in höhergelegene Gebiete bewegen, um der Gefahr eines Tsunamis zu entgehen
  • - Am Notfall-Sammelpunkt einfinden
  • - Straßen freilassen, um Rettungskräfte und Einsatzwagen nicht zu behindern
  • - Über Internet und Radio Ankündigungen verfolgen
  • - Wer kann, sollte älteren Menschen, Familien mit kleinen Kindern oder Schwangeren zur Seite stehen und behilflich sein.

Wer das beherzigt, ist schon einen guten Schritt weiter und kann einem Erdbeben zwar nicht gelassen oder entspannt entgegensehen, aber man weiß, was zu tun ist.

(Berna Ehrhardt)

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