dpa

"Das Weiße Haus ausfegen": Scharfe Kritik an Trump bei Trauerfeier

10.6.2020 11:32 Uhr

Der US-Bürgerrechtler William Lawson hat bei der Trauerfeier für George Floyd indirekt zur Abwahl von US-Präsident Donald Trump aufgerufen. Der Kampf zur Überwindung von Rassismus dürfe nach der Beisetzung von George Floyd nicht aufhören, sagte der emeritierte Pastor in der Kirche "Fountain of Praise" in Houston.

"Wir können sicherstellen, dass wir den Kampf nicht stoppen." Unter dem Beifall der Trauergäste fügte Lawson hinzu: "Natürlich müssen wir als erstes das Weiße Haus ausfegen." Trumps Namen nannte er dabei nicht.

"Bewegung wird Welt verändern"

Lawson sagte mit Blick auf Floyds Tod und die anschließenden Proteste weit über die Grenzen der USA hinaus: "Aus seinem Tod ist eine Bewegung erwachsen, eine weltweite Bewegung. Und diese Bewegung wird nicht nach zwei Wochen, drei Wochen, einem Monat aufhören. Diese Bewegung wird die Welt verändern."

Der bekannte Bürgerrechtler Al Sharpton warf Trump vor, einen Militäreinsatz gegen gewaltbereite Demonstranten angedroht, aber kein Wort über den "Polizistenmord" an Floyd gesagt zu haben. Er habe damit das Signal gesetzt, dass Polizisten bei einem Fehlverhalten keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten müssten.

Polizisten angeklagt

Floyd war am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis (Minnesota) gestorben. Ein weißer Polizist hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden 46-Jährigen gedrückt - trotz aller Bitten Floyds, ihn atmen zu lassen. Der Beamte und drei weitere beteiligte Polizisten wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls entlassen. Sie wurden inzwischen festgenommen und angeklagt.

(bl/dpa/afp)

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