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"Das tut richtig weh": Lufthansa fliegt aus dem Dax

5.6.2020 14:59 Uhr

Die größte deutsche Fluggesellschaft fällt aus dem Deutschen Aktienindex (Dax): Wie die Deutsche Börse mitteilte, steigt die Lufthansa mit Wirkung zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Unternehmen ab. In den Dax rückt stattdessen der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen auf. Grundlage für den Abstieg der Lufthansa in den MDax ist die sogenannte Fast-Exit-Regel.

Die Lufthansa war seit fast 32 Jahren ununterbrochen im Dax. In der Corona-Krise war die Fluggesellschaft allerdings in schwere wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen aufgrund der Pandemie war kein normaler Flugbetrieb möglich.

Minus von 2,1 Milliarden Euro

Zwischen Januar und März beförderte die Airline rund ein Viertel weniger Passagiere und 15 Prozent weniger Fracht als im Vorjahresquartal. Das hinterließ deutliche Spuren: Im ersten Quartal machte die Lufthansa ein Minus von mehr als 2,1 Milliarden Euro. Der Konzern sprach von einer Belastung des Quartalsergebnisses "in einer bisher noch nie dagewesenen Dimension".

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte mit Blick auf den möglichen Abstieg in den MDax seines Unternehmens bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Mittwoch gesagt: "Die Regeln sind, wie sie sind." Für die Lufthansa als Dax-Gründungsunternehmen "tut das richtig weh". Andererseits sei es in der aktuellen Situation "nicht so relevant", ob die Lufthansa im Dax oder im MDax sei. Durch die staatlichen Hilfen sei der Konzern stabilisiert.

Lukrative Start- und Landerechte fallen weg

Die Lufthansa bekommt eine umfangreiche Unterstützung von der Bundesregierung. Das Rettungspaket umfasst neun Milliarden Euro. Dafür muss die Lufthansa auf Druck der EU-Kommission Start- und Landerechte abgeben. Die Aktionäre müssen dieser Vereinbarung auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni noch zustimmen.

Wie die Deutsche Börse mitteilte, gab es im MDax und im SDax noch weitere Bewegung. In den MDax aufgenommen wird demnach das Vermarktungsunternehmen Ströer. Es ersetzt dort die Deutsche Pfandbriefbank AG, die nach der Fast-Exit-Regel aus dem Index genommen wird und in SDAX wechselt. Neu aufgenommen werden im SDax-Index demnach außerdem die Unternehmen Dr. Hönle AG und Atoss Software.

(bl/afp)

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