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"Das kann nicht funktionieren": Arsenal-Coach Arteta widerspricht Özil

31.8.2020 15:46 Uhr

Mit einem Rundumschlag gegen die Vereinsführung vom FC Arsenal hat Mesut Özil vor wenigen Wochen für mächtig Wirbel gesorgt. Nun hat sich Trainer Mikel Arteta zu Wort gemeldet und dem 31-Jährigen vor allem beim Thema Gehaltsverzicht widersprochen.

Der Coach verteidigte die Entscheidung, den Spielern wegen der Corona-Krise die Gehälter um zehn Prozent zu kürzen. Dem Entschluss der Vereinsführung sollen fast alle Spieler bis auf Özil zugestimmt haben. "Der Klub hatte einen sehr ausführlichen Plan, wie man für eine stabilere Zukunft umstrukturieren muss. Die Argumente waren überzeugend gewesen, der Gehaltsverzicht die richtige Entscheidung“, erklärte der Spanier.

Spieler haben "als Menschen" gehandelt

Seinem Eindruck nach seien die Spieler gerne bereit gewesen, in dieser schwierigen finanziellen Situation zu helfen, so Arteta. Mit Blick auf die Entlassungs-Welle im Verein, die Özil ebenfalls scharf kritisiert hatte, sagte der Trainer: "Das bedeutet nicht, dass man hinterher bei jeder Entscheidung des Klubs mitreden darf. Das kann nicht funktionieren."

Mit dem Gehaltsverzicht hätten die Spieler "als Menschen" gehandelt, um den Klub zu unterstützen. Schließlich habe Arsenal seine Spieler teilweise über viele Jahre unterstützt - selbst wenn sie "verletzt und krank waren, wenn sie abgeliefert haben und wenn sie nicht abgeliefert haben", betonte Arteta.

Vor wenigen Wochen hatte Özil in einem Interview erklärt, warum er nicht auf Teile seines Gehalts von geschätzten 20 Millionen Euro im Jahr verzichten wollte. "Wir haben mehr Informationen gebraucht und viele Fragen sind unbeantwortet geblieben. Wir wurden ohne vernünftige Beratung zu einer Entscheidung gedrängt", sagte der Offensivspieler. Er habe sich vor vollende Tatsachen gestellt gefühlt.

Toursieger kassiert nur ein bisschen mehr als Özil in der Woche

Wie unglaublich viel Geld Özil verdient, wird an einem aktuellen Beispiel deutlich. 20 Millionen Euro im Jahr entsprechen in der Woche etwa 400.000 Euro. Der Gesamtsieger bei der am Samstag in Nizza gestarteten Tour de France bekommt rund 500.000 Euro - also nur 100.000 Euro mehr. Dafür muss er drei Wochen im Sattel schwitzen und auf 21 Etappen 3470 Kilometer abstrampeln mit teils brutalen Anstiegen in den Alpen und Pyrenäen.

Großartig anstrengen muss sich Özil dagegen derzeit nicht für sein Geld. In der abgelaufenen Premier-League-Saison war er nur in 18 von 38 Spielen bei den Gunners zum Einsatz gekommen. Nach der Ligaunterbrechung wegen der Corona-Pandemie machte der Mittelfeldspieler, dessen Vertrag noch bis Sommer 2021 läuft, keine einzige Partie mehr. Auch beim Endspiel des FA Cups, das Arsenal gegen Chelsea gewann, stand der frühere Nationalspieler nicht im Kader. In den Planungen von Trainer Arteta soll er keine Rolle mehr spielen.

(bl)

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