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BVB will Bayern-Debakel abschütteln

12.4.2019 12:48 Uhr

Nach dem Debakel gegen Bayern bemüht sich Borussia Dortmund um Normalität. Noch an den Titel zu glauben, fällt schwer.

Die fünf Tiefschläge von München haben Borussia Dortmund krachend erwischt. Doch der Knockout waren sie (noch) nicht. "Scheißegal, was alle sagen: Verdient hat es der, der ganz am Ende oben steht", sagt Torhüter Roman Bürki. Der BVB will sich berappeln und noch mal aufstehen - schon am Samstag (18.30 Uhr/Sky) mit einem Sieg und der von Sportdirektor Michael Zorc erhofften "Trotzreaktion" gegen den FSV Mainz 05.

Favre: "Das war schwer zu verdauen am Samstag"

Schütteln, aufrichten, Mundschutz einsetzen. Weitermachen. "Du hast keine Wahl", sagt Lucien Favre. Auch dem Trainer liegt dieses 0:5 beim FC Bayern noch quälend im Magen. "Das war schwer zu verdauen am Samstag", berichtete er. Allerdings werde es von Tag zu Tag einfacher: "Dann kam der Sonntag, der Montag, du trainierst, dann sagst du: Du musst einfach nach vorne schauen." Er schob energisch nach: "Fertig."

Ob der BVB wirklich mit dem Debakel im Spitzenspiel abgeschlossen hat, muss sich am Samstag erweisen. Favre hat der Mannschaft seine Analyse präsentiert, "eigentlich wie immer", wie Bürki sagte: "Ruhig, detailliert und fachlich, er hat nicht versucht, uns schlechtzureden." Es gab keine Ruck-Rede - das wäre auch nicht Favres Art. Wie die Bild-Zeitung berichtete, soll seine stoische Ruhe im Team nicht allzu gut ankommen.

Bürki: "Angsthasenfußball" sei nicht angesagt

Womöglich wäre ein Rundumschlag aber auch kontraproduktiv gewesen. Sollten die BVB-Profis nicht verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat, ist ihnen auch nicht zu helfen. Bürki berichtete vom Bemühen, "jetzt wieder Normalität reinzukriegen. Wir müssen uns bewusst machen, dass es nur ein Punkt ist. Wir müssen jedes Spiel gewinnen und hoffen, dass Bayern einen Ausrutscher hat."

Dies allerdings, ohne die generelle Ausrichtung zu verändern. "Angsthasenfußball" sei keinesfalls angesagt, betont Bürki, obwohl der Druck von außen steige, "dass wir diesen Titel gewinnen müssen. Dabei müssen wir gar nichts. Wir haben keinen Druck." Schließlich sei der zweite Platz ohnehin sicher, nach hinten könne nichts mehr passieren. "Wir können frei aufspielen."

BVB ohne Lukasz Piszczek

Lukasz Piszczek wird dabei nicht helfen können. Den polnischen Rechtsverteidiger plagen neuerliche Probleme am lange verletzten Fuß. "Der Doc sagt, es kann mindestens zwei bis drei Wochen dauern", sagte Favre am Donnerstag. Wer die Über-Vorsicht des Vereins beim Verkünden und Einschätzen von Verletzungen kennt, konnte an ein vorzeitiges Saisonende glauben. "Das wissen wir noch nicht", versicherte Favre allerdings.

Für den BVB jedenfalls ist die Saison alles andere als beendet. "Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden", sagt Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung. Der Spielplan gibt durchaus Anlass zur Hoffnung: Die Bayern müssen am vorletzten Spieltag zu RB Leipzig und empfangen zum großen Finale Eintracht Frankfurt. Da geht noch was. Selbst nach den Tiefschlägen von München.

(gi/afp)

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