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Bakr al-Bagdadi wurde ausgeschaltet

27.10.2019 14:43 Uhr

Bakr al-Bagdadi Kopf der mörderischen Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) wurde nach Auskunft von US-Präsident Donald Trump bei einem Sondereinsatz in Syrien getötet. Der Terrorfürst war vom Militäreinsatz überrascht worden und zündete angesichts seiner ausweglosen Situation eine Sprengstoffweste in einem Fluchttunnel, mit der er sich selbst und drei seiner Kinder in die Luft jagte. Anhand schnellsten durchgeführter Tests an den sterblichen Überresten wurde klar, es war tatsächlich der Terror-Führer Bakr al-Bagdadi, der dort seinem Leben ein Ende bereitete, ohne für seine Taten vor ein ordentliches Gericht gestellt zu werden. Trump meldete zudem, es sei eine "große Zahl" an Getreuen des Terroristen neutralisiert worden und die USA habe keinerlei Verluste zu beklagen. Zwei Stunden habe die Anti-Terror-Operation gedauert.

Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in Syrien getötet worden. Das teilte Trump am Sonntagmorgen (Ortszeit) in einer Ansprache im Weißen Haus mit. Der Sondereinsatz habe am Samstag im Nordwesten Syriens stattgefunden, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums. Al-Bagdadi sei bei dem Einsatz vermutlich getötet. Eine endgültige Bestätigung durch DNA-Tests und biometrische Überprüfungen stehe allerdings noch aus, berichtete CNN mit Verweis auf geheime Quellen. Der Auslandsgeheimdienst CIA habe beim Orten des bereits mehrfach totgesagten IS-Führers geholfen.

Kurzes Gefecht mit Getreuen des Terrorfürsten

Das Weiße Haus hatte zuvor angekündigt, Präsident Trump werde am Sonntagvormittag (Ortszeit) ein "bedeutendes Statement" abgeben. Trump selbst twitterte: "Etwas sehr Wichtiges hat sich gerade ereignet!" Einzelheiten dazu wurden aber nicht mitgeteilt. Das türkische Verteidigungsministerium bestätigte, dass es einen US-Einsatz in Syrien gegeben habe.

Einem hochrangigen Pentagon-Mitarbeiter zufolge soll es ein kurzes Gefecht gegeben haben, als die US-Streitkräfte das Gelände betreten hätten, berichtete "Newsweek". Al-Bagdadi habe sich dann mit einem Sprengstoffgürtel selbst getötet. Familienangehörige seien anwesend gewesen. Kinder seien nicht verletzt worden, aber zwei Frauen Al-Bagdadis seien getötet worden, möglicherweise durch die Explosion des Sprengstoffgürtels. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass sich der Einsatz in der Nähe von Barischa nördlich von Idlib ereignet habe. In der Gegend seien Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie der islamistischen Miliz Hurras al-Din aktiv. Aktivisten in Idlib berichteten der Beobachtungsstelle von unbekannten Hubschraubern.

Koordinierter Einsatz der Anti-IS-Truppen

Das türkische Verteidigungsministerium bestätigte, dass es in der Nacht zum Sonntag in Idlib einen US-Einsatz gegeben habe. Dabei hätten die Militärs der USA und der Türkei "Informationen ausgetauscht" und ihr Vorgehen miteinander koordiniert. Details zum Einsatz oder den Namen Al-Bagdadis nannte das Ministerium nicht.

Der Sprecher der von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mustafa Bali, sprach auf Twitter von einem "erfolgreichen und historischen Einsatz". Die YPG waren im Kampf gegen den IS ein wichtiger Verbündeter der USA. Mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Nordsyrien, der den Weg frei gemacht hatte für die türkische Offensive gegen die YPG, schien dieses Bündnis allerdings zu brechen. Es war unklar, ob und inwieweit die Kurden die USA bei der Suche nach Al-Bagdadi zuletzt noch unterstützten, zumal die SDF in der Region um Idlib nicht vor Ort sind.

25 Millionen Kopfgeld auf den Terror-Anführer

Der Aufenthaltsort des bereits mehrfach für tot erklärten Al-Bagdadi war unbekannt. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) ist er einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Al-Bagdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte. Details über die Biografie von Abu Bakr al-Bagdadi, den selbst ernannten "Kalifen Ibrahim", sind mit Vorsicht zu genießen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr. Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April - nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats - zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.

IS-Truppen damit führungslos

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak.

Im Jahr 2010 übernahm Al-Bagdadi die Führung des Al-Kaida-Ablegers im Irak, der damals noch "Islamischer Staat im Irak" hieß. Nach und nach begann die Gruppe, sich nach Syrien auszudehnen. Darüber brach Al-Bagdadi mit Al-Kaida, weil er nicht die Forderung der Führung des Terrornetzwerkes akzeptieren wollte, sich auf den Irak zu beschränken.

Mit Ausrufung des Kalifats benannte sich die Terrormiliz in Islamischer Staat um. Damit verbunden war der Anspruch, alle Muslime weltweit zu vereinen und zu führen. Nach und nach verlor der IS jedoch sein Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien wieder. Offiziell galt der IS mit dem Fall seines letztes Rückzugsorts im ostsyrischen Baghus als besiegt. Noch vor wenigen Monaten ging die von den USA geführte Anti-IS-Koalition aber in einem Bericht davon aus, dass sich noch zwischen 14.000 und 18.000 IS-Angehörige im früheren Herrschaftsgebiet der Extremisten zwischen Syrien und dem Irak aufhalten sollen. Mittlerweile sind IS-Ableger in zahlreichen Ländern aktiv.

(dpa)

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