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​Aus in den Playoffs: Glasgow Rangers besiegen Galatasaray 2:1

1.10.2020 22:47 Uhr, von Chris Ehrhardt

In den Playoffs zur Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League musste Galatasaray Istanbul nach Schottland reisen. Dort musste man sich im Ibrox-Park mit den Glasgow Rangers auseinandersetzen. Und die Partie hatte eine besondere Würze, denn was die 5-Jahres-Wertung angeht, sitzen die Schotten den Türken dicht im Nacken. Darum lastete am Donnerstagabend besonderer Druck auf den Mannen von Trainer Fatih Terim. Dem konnte der türkische Rekordmeister nicht gerecht werden und die Rangers siegten daheim mit 2:1.

Die Rangers gingen im Ibrox-Park sofort in den Angriffsmodus - man wollte wohl den Gästen vom Bosporus zügig den Schneid abkaufen. Dafür gab man zwar Gas, das Ganze war aber nicht wirklich zielführend. Mit zunehmender Zeit kamen die Gäste aus der Türkei besser ins Spiel und erarbeiteten sich sogar Feldvorteile. Doch auch der türkische Rekordmeister vermochte es nicht, sich aus dem Ballbesitz von 58 Prozent in den ersten 45 Minuten einen zählbaren Vorteil zu verschaffen. Beiden Teams gelang es nicht, einen wirklichen Schuss auf den Kasten des Gegners abzusetzen. So ging es mit dem 0:0 in die Kabine – das für Galatasaray aber mit dem Wissen, dass man auch gegen Hajduk Split erst spät getroffen hatte.

Kein Schuss aufs Tor in den ersten 77 Minuten

In den zweiten 45 Minuten kamen dann aber die Rangers besser in die Partie. Und in der 52. Minute klingelte es dann im Kasten der Löwen von Bosporus, denn die Schotten machten das Spiel urplötzlich sehr schnell – und der gebürtige Istanbuler Ianis Hagi, Sohn von Galatasaray-Legende Gheorghe Hagi, war am Treffer beteiligt. James Tavernier spielte nach vorne an die Box, da stand Hagi frei und hatte das gute Auge für Scott Arfield, der ungehindert in die Box lief und dann Keeper Fatih Öztürk keine Chance ließ – 1:0. Nun musste Cimbom auf die Tube drücken. Die Löwen rückten wieder etwas mehr nach vorne, dadurch war man aber hinten offener. Und das rächte sich in der 59. Minute. Attacke der Rangers über die rechte Seite, Borna Barisic flankte sauber in die Box und dort stieg niemand mit James Tavernier in der Luft, wodurch der nahezu unbedrängt einköpfen konnte – 2:0. Was würde Fatih Terim nun tun?

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Erschreckend war, dass Galatasaray in der wichtigen Spielphase nahezu lustlos wirkte und es nicht schaffte, die Schotten irgendwie unter Druck zu setzen. Man stand an der Mittellinie und wartete förmlich, was der Gegner tun würde. Das ist bei einem Rückstand definitiv zu wenig. In der 66. Minute reagierte der Imperator und brachte mit Oghenekaro Etebo und Ömer Bayram für Younes Belhanda und Ryan Babel zwei frische Leute. Um den Druck in der Box zu maximieren, wäre eigentlich Mbaye Diagne der richtige Mann gewesen. Der kam dann in der 73. Minute für Sofiane Feghouli, der wie Babel und Belhanda enttäuschend spielte. Doch die Zeit rannte zu diesem Zeitpunkt ganz klar gegen die Gäste aus der Türkei. Und die Schotten spielten die Zeit mit zwei Toren im Rücken gut von der Uhr, kontrollierten den Ball sicher – blieben aber nach vorne stets gefährlich. Keeper Allan McGregor verbrachte durch die gute Defensivarbeit seiner Vorderleute bisher einen ruhigen Abend, denn bis zur 77. Minute schoss oder köpfte Cimbom nicht einen Ball auf seine Hütte.

Last Minute Anschlusstreffer nutzte nichts mehr

In der 78. Minute nahm dann Steven Gerrard den Istanbuler Rumänen Ianis Hagi vom Feld und brachte Ryan Jack. In der 80. Minute dann eine Großchance für den Kolumbianer Alfredo Morelos in Reihen der Rangers nach einem Freistoß, aber der Ball kam sehr überraschend. In der 83. Minute trudelte der erst Ball aufs Tor der Schotten von Omar Elabdellaoui, den aber McGregor sicher wegfischte. In der 87. Spieminute kamen die Löwen doch noch einmal aus dem Nichts an die Rangers ran. Der Ball segelte hoch in die Box, traf auf den Kopf von Marcao und Allan McGregor sah gar nicht gut aus, reagierte so gut wie nicht, um den haltbaren Ball zu entschärfen – 2:1. Der Treffer drehte das Spiel aber nicht mehr, auch wenn Galatasaray sich redlich mühte. Galatasaray scheidet aus und die Rangers sind in die Gruppenphase der Europa League eingezogen.

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Die Niederlage tut den Löwen richtig weh und das gleich in doppelter Hinsicht. Zuerst einmal gibt es keine Einnahmen aus der Gruppenphase, die man in Kaderverbesserungen investieren kann, um die türkische Meisterschaft zu sichern. Und dann droht der Verlust des direkten Startplatzes in der Champions League für die Türkei und das wäre, wenn Galatasaray wieder Meister würde, eine echte Hürde auf dem Weg in die Königsklasse. Den Weg über die Qualifikation möchte jedes Team gerne vermeiden. In den europäischen Wettbewerben ist die Süper Lig nach dem Ausscheiden der Löwen nur mit zwei Teams vertreten. Das zeigt, die Quali ist kein Zuckerschlecken. Basaksehir spielt in der Champions League, wo man in einer Gruppe mit Paris Saint-Germain, Manchester United und RB Leipzig antritt. Losglück geht wahrlich anders. Das Ausscheiden ist quasi vorprogrammiert. Und Sivasspor darf in der Europa League spielen. Das ist die Minimal-Besetzung, die für die Türkei möglich war. Kein türkischer Qualifikant konnte sich in die Gruppenphase auf der europäischen Bühne spielen.

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