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​Antalya: Das antike Limyra - wenig bekannte jedoch wunderschön

8.11.2020 21:23 Uhr

Wer seinen Urlaub in Kemer, Finike, Demre, Kas oder Kalkan verbringt, sollte sich zum einstigen Limyra aufmachen. In den Reiseführern wird dieser Ort kaum erwähnt. So ist man in weiten Teilen für sich.

Ruinen von Limyra (Bild: imago images/ agefotostock)

Das antike Limyra befand sich wenige Kilometer nordöstlich des heutigen Finike. Ein Ausflug dorthin lohnt aufgrund der von historischen Relikten gespickten Kulisse rund um eine im Wasser versunkene Basilika und eine Säulenstraße.

Ein Blick ins Geschichtsbuch

Historiker vermuten, dass die Stadt im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde und rund 200 Jahre später ihren Aufschwung erlebte. Damals wählte der lykische König Perikles die Stadt als Residenz und ließ seine Architekten zu Werke gehen. Während dieser Zeit entstanden das Theater und die Bäder. In der byzantinischen Periode wurde die Stadt zum Bistum. Die Ruinen einer Basilika und der Bistumsresidenz sind heute noch zu sehen.

Familie spaziert in der Ruinenstadt (Bild: imago images/ imagebroker/Bahnmüller)

Ptolemäus II. unterstützte Limyra im Kampf gegen die Galater. Als Dank errichteten die Bürger ihrem Helden ein Denkmal und nannten es Ptolemaion. Heute lässt sich nur noch erahnen, wie beeindruckend dieses Bauwerk gewesen sein muss. 30 Meter hoch, war sein unterer Teil mit Reliefs verziert, die einen Kampf darstellten. Das kegelförmige Dach war von vier lebensgroßen Löwenstatuen umgeben. Überreste dieses Gebäudes können besichtigt werden.

Abenteuerschwimmbad und Arena

Besucher springen in den "Pool" von Limyra (Bild: Hürriyet)

Neben dem Ptolemaion wartet das Highlight von Limyra: Die Ruine der Basilika. Sie liegt unter Wasser. Diese Stelle hat den Charme eines Abenteuer-Schwimmbads, vor allem, wenn die Einheimischen dort an heißen Sonnentagen Abkühlung suchen. Hinter der Basilika, ebenfalls geflutet, befindet sich die ehemalige Kolonnade.

Brücke in Limyra (Bild: imago images/agefotostock)

Das römische Theater und die Bäder werden durch eine Straße von allen anderen Gebäuden separiert. Das hufeisenförmige, freistehende Theater stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert v. Chr. Bei einem Erdbeben wurde es schwer beschädigt und im ersten Jahrhundert n. Chr. wiederaufgebaut. Rund 20.000 Zuschauer konnten den Spielen in der Arena einst beiwohnen.

Sehenswertes rund herum

Etwas außerhalb der Stadt liegt eine der Nekropolen von Limyra. Die in den Felsen gehauenen Gräber befinden sich direkt neben der Straße in Richtung Arykanda und sind über den ganzen Hügel verstreut. Kaum Beachtung findet die römische Brücke, denn sie ist mit drei Kilometern zu weit von der antiken Stätte entfernt. Sehenswert ist sie als eine der ältesten Segmentbrücken der Welt dennoch. Sie hat eine Länge von 60 Metern und sitzt auf 26 Segmentbögen.

Archäologen in der Ruinenstadt (Bild: Hürriyet)

Wie auch in Ephesos wurden die Grabungen im Limyra wegen politischer Spannungen im August 2016 eingestellt. In 2018 erneuerten die türkischen Behörden die Genehmigung zum Graben. Seither ist das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) vor Ort beschäftigt.

(gi)

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