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"Keine Künstler mehr, nie mehr kluge Intellektuelle"

27.3.2019 12:06 Uhr

Für die Kinoleinwand schlüpfte Tom Schilling zuletzt in die Rolle des Malers Gerhard Richter, im Fernsehen war er als Schriftsteller Bertold Brecht zu sehen. Aber der 37-Jährige will solche Rolle nicht mehr spielen und wünscht sich Abwechslung bei seinen Filmrollen.

Der Berliner hat die Nase voll davon, immer wieder schlaue Menschen zu spielen. "Keine Künstler mehr, nie mehr kluge Intellektuelle. Das ist schon mal sicher", sagte Schilling den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er habe das als Belastung erlebt. "Ich mache mir doch selbst schon immer einen Kopf über alles. Dann noch lauter kluge Dinge zu sagen, diese Last, diese Schwere, ständig zu reflektieren, das zehrt ganz schön."

Kaum attraktive Angebote aus Hollywood

Ehrgeiz zu einer Hollywood-Karriere habe er nicht um jeden Preis. "Film kann auch ein schnödes, herzloses Business sein, wo es heißt: Du hast einen Vertrag, sag deine Sätze. Diese Art von Arbeit interessiert mich gar nicht", sagte Schilling. "In den USA, das ist kein Klischee, muss man sich auch ein bisschen geil finden und sich selbstbewusst inszenieren können. Der Teppich scheint da wichtiger als das, was sich drinnen abspielt. Das liegt mir so gar nicht." Außerdem seien viele Angebote kaum attraktiv: "Bei den meisten Angeboten, die man als Deutscher im Ausland bekommt, bist du doch nur in einem mittelmäßigen Film der dritte Nazi von rechts."

(sis/dpa)