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Aktivisten fordern Ende der Pferdekutschen

7.6.2019 16:26 Uhr

Kusadasi hat es vorgemacht, jetzt fordern Aktivisten auch ein Pferdekutschenverbot auf den Prinzeninseln. Dort habe sich die Zahl der qualvoll verendeten Tiere innerhalb von vier Jahren verdoppelt.

Bei einer Präsentation vor der Tierschutzrechts-Kommission des türkischen Parlaments forderten Aktivisten deshalb nun ein Verbot der Pferdekutschen.

"Steig nicht in die Kutsche, die Pferde sterben"

Die Koordinatorin der Nichtregierungsorganisation "Steig nicht in die Kutsche, die Pferde sterben"-Initiative (türkisch: Faytona Binme Atlar Ölüyor) teilte der Kommission mit, dass sich die Zahl der Kutschpferde, die auf den Prinzeninseln sterben, in den letzten vier Jahren verdoppelt hat.

"Die Kutscher bringen die verletzten oder ermüdeten Tiere in die höheren Lagen der Insel und überlassen sie dort sich selbst, damit sie sterben", sagte Elif Ertürk Narin.

Proteste gegen Pferdekutschen

Seit Jahren protestieren Tierschützer und Aktivisten gegen die Tradition der Pferdekutschen. In der südwestlichen Provinz Kusadasi hat es etwas gebracht. Die Gemeinde hat die Pferdekutschen vor kurzem verbannt.

Gerade in den Sommermonaten, wenn es viele Touristen und Einheimische auf die Prinzeninseln zieht, leiden die Pferde besonders. Nicht nur aufgrund der hohen Temperaturen, sondern auch der pausenlosen Arbeit, die Besucher über die Insel zu ziehen. Schlechte Behandlung durch die Pferdekutscher kommt erschwerend dazu. Die Tiere werden kaum oder nur schlecht versorgt und müssen in unhygienischen Ställen mit wenig Wasser auskommen.

"Viele Pferde müssen auf Asfalt arbeiten, was für die Hufe der Tiere nicht ideal ist. Die Tiere sterben durch die steilen Anstiege bei den hohen Temperaturen oder im Winter, wenn sich nicht um sie gekümmert wird.

1200 Pferde auf den Prinzeninseln

Laut der Istanbuler Transport-Behörde UKOME gibt es auf den Prinzeninseln 275 registrierte Kutscher und 1200 Pferde – allerdings keine Tierklinik, in der sich um das Wohlbefinden der Tiere gekümmert werden könnte, so Aktivistin Elif Ertürk Narin.

"Während 2015 400 Pferde verendet sind, starben vier Jahre später doppelt so viele – und das nur auf den Prinzeninseln. Wir wollen ein schnellstmögliches Verbot der Pferdekutschen. Und wir haben sogar einen umweltfreundlichen Alternativ-Vorschlag: Elektrische Kutschen. Wir fordern, dass die Kutscher sofort mit dieser Arbeit aufhören sollen. Wir fordern, dass alle sich im Einsatz befindlichen Pferde sofort in Rente geschickt werden und den Rest ihrer Tage in einem sicheren Gnadenhof verbringen dürfen", so Narin weiter.

(be)

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