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Schutzwall gegen häusliche Gewalt
29 Aralık 2007

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und Staatsministerim im Bundeskanzleramt Prof. Dr. Maria Böhmer, hat gesagt, dass jeder Baustein, der hilft, einen festen Schutzwall gegen häusliche Gewalt zu errichten, sei damit auch ein Baustein für eine bessere Integration.

Schutzwall gegen häusliche Gewalt
Dr. Maria Böhmer
Interview mit Prof. Dr. Maria Böhmer:

Hürriyet: Seit dem Mord an Hatun Sürücü (2005) ist haeusliche Gewalt Topthema in Deutschland. In der Zwischenzeit wurden viele Projekte zur Sensibilisierung in Sachen Ehrenmord gestartet. Welche Bilanz können Sie sowohl aus ihrer Arbeit, als die anderer Initiativen zum Thema haeusliche Gewalt ziehen?


Böhmer: Die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen aus Zuwandererfamilien ist mir ein ganz persönliches Herzensanliegen. Deswegen unterstütze ich die Kampagne der Hürriyet, und deswegen informiere ich zum Beispiel seit März dieses Jahres in mehreren Sprachen, darunter auch türkisch, über Hilfen für Opfer häuslicher Gewalt heraus. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen.

Auch im Rahmen des Nationalen Integrationsplan wollte ich, dass die Lebenssituation von Frauen und Mädchen und die Gleichberechtigung einen eigenen Schwerpunkt bekommen. Deshalb haben wir eine Extra-Arbeitsgruppe dazu eingesetzt, die sich unter anderem mit der Bekämpfung von Zwangsverheiratungen und anderen Formen der Gewalt beschäftigt hat. Das war ein wichtiger Schritt, um die Aktivitäten von Bund, Ländern, Kommunen und nichtstaatlichen Organisationen zu bündeln. Gemeinsam wollen wir die Beratungs- und Hilfsangebote für Opfer häuslicher Gewalt verbessern. Wir wollen aber auch wissen, wie schlimm die Situation wirklich ist. Dazu brauchen wir gesicherte Daten, zum Beispiel über das Ausmaß von Zwangsverheiratungen. Die Bundesregierung verstärkt deshalb ihre Forschung auf diesem Gebiet. Vor kurzem habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen aus dem Bundesfamilienministerium, Staatssekretäer Kues, das erste Ergebnis vorgestellt: einen Reader zu Zwangsverheiratungen. Weitere wissenschaftliche Projekte laufen.


Hürriyet: Sie haben die Schirmherrschaft der Hürriyet Kampagne "Gegen haeusliche Gewalt" übernommen. Mittlerweile ist die Kampagne mit vier Preisen gewürdigt worden. (Sonderjüri Preis der Vereinten Nationen, ENTERpreis Unternehmenswettbewerb: 2. Preis in der Kategorie "NRW in der Welt, die Welt in NRW), Berliner Haupstadtpreis für Toleranz und Integration - Sonder Jüri Preis und Plakettenehrung durch den Türk-Deutschar Freundschafts Klub in Frankfurt). Was halten Sie davon, dass eine türkische Zeitung, sich diesem Thema gewidmet hat?

Böhmer: Ich finde diese Initiative der Hürriyet sehr gut. Die Hürriyet erreicht als auflagenstärkste türkische Zeitung eine große Menge Haushalte. Die ansprechende und leicht verständliche Art und Weise, in der die Kampagne gestaltet ist, trägt außerdem dazu bei, dass sich viele Menschen von ihr angesprochen fühlen. Vielleicht denken sie beim nächsten Mal vorher darüber nach, was sie ihren Angehörigen antun, bevor sie zu Gewalt als Mittel der Erziehung und Konfliktlösung in der Familie greifen. Die Hürriyet rüttelt damit auf und leistet einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen häusliche Gewalt.


Hürriyet: Welche Rolle spielt Ihren Meinung nach die Hürriyet Kampagne bei der Integration türkischer Mitbürger in Deutschland?

Böhmer: Wir wissen aus Studien, dass Kinder und Jugendliche, die in ihrer Familien Gewalt erfahren haben, selbst wesentlich häufiger gewalttätig werden als Kinder, die in einem gewaltfreien Umfeld aufwachsen durften. Gewalt aber führt häufig zu Abschottung, manchmal auch in die Kriminalität. Damit werden viele Integrationsbemühungen zunichte gemacht. Jeder Baustein, der hilft, einen festen Schutzwall gegen häusliche Gewalt zu errichten, ist damit auch ein Baustein für eine bessere Integration.


Hürriyet: In Berlin wurde eine neue Senatstudie bekannt (TAZ berichtete am 10. November darüber), wonach 44,5 Prozent der Jungen und Maedchen in türkischstaemmigen Familien Misshandlungen und schwere Züchtigungen über sich ergehen lassen würden. Wie kann gegen haeusliche Gewalt im Kindes- und Jugendalter vorgehen?

Böhmer: Es gibt in unserem Land ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, das gilt für alle! Das müssen wir allen klar machen â?? Schläge und Misshandlungen sind kein Mittel der Erziehung, das in unserem Land geduldet wird. Wir müssen das den Menschen immer wieder sagen. Wir müssen sie mit unseren Aufklärungs- und Präventionsangeboten dort abholen, wo sie stehen, und wir brauchen glaubwürdige Stimmen, auf die die Menschen hören. Das tut die Hürriyet mit ihrer Kampagne, und das ist auch bei der Kampagne â??Hand in Hand gegen Gewalt â?? für die Zukunft unserer Kinderâ??, die von der Polizei und der Innenministerkonferenz im Mai gestartet wurde, gelungen. Türkischstämmige Prominente erzählen in der Kampagne, wie wichtig für sie persönlich eine liebevolle, gewaltfreie Erziehung war und dass sie ihren Eltern dankbar sind, sie so zu erfolgreichen Menschen gemacht zu haben. Das kommt an â?? denn jeder Vater und jede Mutter will doch das Beste für ihr Kind.

Kaynak: hurriyet.de
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